Tal der Tränen

20. April 2020 0 Von Bettina

 

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, dann beginnt eine einsame Reise. Das Ziel ist das Tal der Tränen.

Die Trauer ist von nun an Dein Wegbegleiter. Das Unabänderliche Deiner Situation nimmt Dir den Atem. Sie raubt Dir Deinen Schlaf oder lässt Dich nicht mehr aufwachen wollen, wenn er Dich einmal eingeholt hat. Es fällt Dir schwer morgens aufzustehen, Menschen zu begegnen und Deinen Tagesablauf so zu leben, wie Du es vorher gewohnt warst. Vor allem fällt es Dir schwer etwas Anderes noch fühlen zu können. Der Schmerz wütet, tobt und ist übermächtig in Dir. Dies ist  mal mehr, mal weniger stark. 

Besonders in der Nacht, wenn alle Anderen friedlich schlafen, beginnt Deine Trauer zu rotieren. Du fragst Dich nach dem “Warum” oder Du beginnst Dich zu fragen “Habe ich wirklich alles getan?” oder “Warum konnte ich den Tod nicht verhindern?” Du befindest Dich nun im “Tal der Tränen”. Der Ausweg aus diesem Tal ist sehr, sehr schwer. Dennoch ist es eine der wichtigsten Erfahrungen in Deinem Mensch sein, die Du machen darfst. 

Nichts ist mehr so, wie es war.

Aus der Nacht wird Tag und Du nimmst all diese Gedanken mit. Sie nehmen immer mehr Raum ein. Meist ist dies der Zeitpunkt, an dem der Schmerz und die Sehnsucht so übermächtig werden, dass Du es kaum aushalten kannst. Du wirst entweder sehr viel darüber sprechen oder auch gar nicht.

Die Menschen in Deinem Umfeld bemerken Deine Veränderung. Du bist nicht mehr der Mensch, der Du vorher warst. Manchmal wird Dir eine Hand gereicht und es wird versucht Dich aus Deinem Tal der Tränen heraus zu holen. Die Hand kannst Du jetzt einfach nicht sehen. Das Tal ist zu tief, Deine Augen voller Tränen, Dein Herz voller Schmerz, Liebe, Sehnsucht und das Gefühl des Vermissens ist übermächtig.

Lerne die Trauer los zulassen, aber nicht die geliebte Seele, mit der Du für immer verbunden bist

Irgendwann wenden sich die Menschen ab, die Dir ihre Hand reichen wollten, weil sie erkennen, dass Du sie (noch) nicht nehmen kannst oder willst. Besonders, dann wenn Du Mutter oder Vater eines Sternenkindes bist, wird allein der Gedanke daran, Dich erschauern lassen. Niemals kannst Du Dein Kind loslassen. (Sollst Du natürlich auch nicht.) Das Tal zu verlassen, würde für Dich bedeuten, Dein Kind zu verraten und ihm nicht den Raum zu geben, der ihm zusteht.

Du klammerst Dich an die Spuren, desjenigen, der vorausgegangen ist, über den Regenbogen. Alleine, ohne Dich. Du bist verdammt dazu, hier auf der Erde zu bleiben. Eigentlich möchtest Du nur eins, bei der geliebten Seele in der Unendlichkeit sein. Aber das geht nicht. Du weißt nicht, ob Du die Seele tatsächlich wiederfinden wirst. “Gibt es ein Leben nach diesem irdischen Leben?”  oder “Ist mit dem Tod alles vorbei?”  oder “Wo ist der/die Verstorbene?” “Geht es ihm/ihr gut und vermisst sie/er mich genauso wie ich es tue?” – Alle diese Fragen zermürben dich. 

Auswege finden…lass Dir helfen

Deine Liebe und Dein verletztes Herz suchen nach Auswegen und Antworten auf Deine Fragen. Dann kann es sein, dass Du entweder aktiv auf Menschen triffst, die Dir diese Antworten geben. Diese für Dich so wichtigen Antworten werden von der geistigen Welt und Deinen Lieben Menschen in den Mund gelegt. Ziel ist es Dir zu helfen. Manchmal sagen sie Schlüsselsätze, die Dir die Augen öffnen oder etwas bestätigen.

Feiere den geliebten Menschen für sein Leben mit Dir, nicht für sein Sterben.

Oder Du suchst Menschen wie mich auf, die Dir in einem Kontakt von Seele zu Seele Deine Antworten geben. Das kann Dir eine Auszeit von der Trauer geben. Es tut so gut, wenn man wieder in gemeinsamen Erinnerungen frönend  lachen und fröhlich sein kann. Wenn es ein guter Kontakt ist, dann spürst Du die Anwesenheit und Liebe des Verstorbenen, was Dir Kraft gibt.

Eine gezielte Trauertherapie mit einem Trauerbegleiter kann genauso gut Dein Weg sein oder eine von einem spezialisierten Trauer- und Traumatherapeuten durchgeführte Gesprächstherapie. Nimm alles an, was Dir hilft. Höre immer auf Dein Bauchgefühl und lasse Dich nicht von Anderen beeinflussen. Gehe Deinen Weg, denn es ist Dein individueller Weg.

Lass die Trauer los…. nicht die geliebte Seele…

Viele finden in drei bis fünf Jahren einen Weg, um ihren unbeugsamen Wegbegleiter, die Trauer, in Schach zu halten. Sie finden den Weg zu einer anderen Art von Leben. Ja, manchmal kannst Du dann auch wieder fröhlich sein, dass Deine Augen lachen und nicht nur Deine Gesicht eine lustige Maske aufsetzt.

Du hast auf diesem Weg eine Möglichkeit gefunden mit der geliebten Seele auf eine für Dich und sie besondere Art und Weise in Kontakt zu treten. Ihr seid wieder ein Team. 

Wenn die Trauer zu schwer wird und Du den Weg nicht mehr heraus findest…

Vielleicht gehörst Du aber auch zu den Menschen, die kein Licht mehr sehen wollen und sich immer wieder in ihrer Trauer verlieren. Willkommen im Club, das ging mir sehr lange so! Genau aus diesem Grund schreibe ich hier heute diese Sätze für Dich. 

Meine “Therapie” war neben professioneller Hilfe, dass ich heute als Medium und spirituelle Lehrerin Anderen auf ihren Weg zu helfen versuche. 

Lerne Deine Trauer als Teil von Dir zu akzeptieren

Ich konnte meine Trauer nicht loslassen und war zerfressen von inneren Selbstvorwürfen, die mich sehr egoistisch und ungerecht Anderen gegenüber werden ließen. Der eigene Schmerz ist so übermächtig, dass er alles überschattet. Ich durfte erst viel später lernen meine Trauer als Teil von meinem neuen Ich zu akzeptieren.

Selbst die nächsten Menschen wie andere Kinder, Partner, enge Familienangehörige oder Freunde fallen diesen Gefühlen zum Opfer, weil sie weder gesehen noch richtig wahrgenommen werden können.

Man fühlt sich alleingelassen, unverstanden und ist unglaublich wütend auf Gott, die Welt – und am Allermeisten – auf sich selbst. Der Schmerz der anderen Trauernden wird abgetan, weil der eigene Schmerz so tief ist, das Niemand so ein Leid empfinden kann, zumindest denkst Du das in dieser Zeit.

Eingesperrt im Gefängnis einer Trauerdepression

Man erkennt häufig selbst nicht, dass man sich in einer “Trauerdepression” befindet, die nach und nach den ganzen Lebensmut und die Fröhlichkeit raubt.

Hier hilft weder der Besuch bei einem Medium noch eine Facebook-/Internet- oder sonstige Trauergruppe. Der einzig richtige Weg, ist der Weg zu einer konsequenten Trauertherapie, meist auch stationär, wo man neue Mechanismen lernt, um sich mit professioneller Hilfe aus dem Tal der Tränen zu befreien. 

Es gibt nur einen Weg und der führt Dich weiter auf Deinem Lebensweg, weil es Deine Bestimmung als Mensch ist, weiterzuwachsen. Aufgeben gilt nicht.

Trau Dich! Es ist sehr mutig, wenn Du nicht aufgibst, sondern weitergehst. Nicht weg von Deinem Partner, Vater, Mutter, Bruder, Schwester —- oder Kind, sondern der Weg führt Dich direkt genau dorthin, wo sie sind…. und immer sein werden, in Deinem Herzen…. verbunden für immer. 

Ich kann Dir aus meinen Seelenkontakten sagen, dass vor Allem Kinder und Jugendliche in der Geistigen Welt Dich beobachten und Deinen Weg sehr genau  mitverfolgen. Sie sagen mir oft sehr stolz, dass ihre Mutter/Vater cool sind und sie nicht aufgegeben haben… anscheinend ist das oft ein Kriterium, wonach geschaut wird, ob wir unseren Lebensplan erfüllen oder daran zerbrechen. Wie sagte Marvin: “Sag ihr, aufgeben gilt nicht.” 

Deshalb fühle Dich von mir umarmt, wenn Du gerade in solch einer schweren Situation steckst.  Ich hoffe, dass Dir meine Worte zumindest etwas helfen.

Sie kommen von meinem Herzen zu Dir als Schwester oder Bruder meines Herzens!   

Bettina

 

 

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