Zeig mir Deine Freunde und ich sage Dir, wer Du bist.

10. Oktober 2019 Aus Von Bettina

Nicht immer ist die erste Wahl der Freunde, die Richtige

Zeige mir Deine Freunde und ich sage Dir, wer Du bist. An unseren Freunden messen wir uns. Sie geben Aufschluss darüber, wer wir sind. Es treffen sich meist Menschen, die ähnliche Interessen und Weltanschauungen  haben. 

Ich glaube, die größte Herausforderung für Eltern besteht darin, ihren (erwachsen werdenden) Kindern die freie Wahl bei ihren Freunden zu lassen. Sie lernen durch Erfahrungen, wer oder was sie sind, indem sie ihre Freunde wählen. Manchmal geht das schief und sie müssen erst herausfinden, wer Freund oder Feind ist. Manchmal suchen sie sich Menschen aus, denen sie versuchen zu helfen oder woran sie selbst meinen lernen zu können. 

Oft wissen ja Erwachsene nicht einzuschätzen, wer tatsächlich ein Freund ist. Freunde bleiben auch, wenn es schwierig wird. Sie können über Dinge hinweg sehen und unterstützen, wo alle Anderen sich verabschieden. Respekt, liebevolle Güte, Humor und Geduld kennzeichnen gute Freunde. Sie wollen nicht verändern, sondern akzeptieren sich so wie sie sind. Sie sind gleich und doch ganz anders. Ich bin sehr dankbar solche Herzensfreundinnen haben zu dürfen. 

Warum ist das aber so? Das ist ganz ähnlich wie einer Verliebtheit. Wir “stülpen” dem Anderen einen Charakter über, den wir gerne sehen wollen. Wir vergleichen uns und suchen beim Anderen nach Parallelen. Wenn wir viele Übereinstimmungen finden, fühlen wir uns verstanden, angenommen und hingezogen. Dieses “Verstanden werden” ist so immens wichtig, weil wir oft in unseren Korsetten von Selbstzweifeln festhängen.

Manchmal sind Freunde aber auch karmische Verbindungen und Einige tun uns nicht gut. Eltern, Geschwister und andere Menschen aus dem Umfeld warnen vor gefährlichen Freundschaften. Das trifft leider auf taube Ohren, weil es Gründe gibt, warum die Anziehungskraft so stark ist. Schlimmer noch, man wandelt mit schlafwandlerischer Sicherheit auf einem ungesunden Weg. 

Auch das Böse und Verbotene kann eine Faszination ausüben. Es gibt keine bösen Geister, aber leider sehr viele böse Menschen. Auf mehrere solcher “Bro’s” ist auch S. getroffen. S. ist ein ganz besonders sensibler, liebevoller Mensch, der Tiere liebt und Niemals etwas wirklich Böses tun würde. Deshalb beginnt er sich erst abzuwenden, wo er sich mit den Abgründen der menschlichen Natur auseinandersetzen muss. Das wird ihm letzten Endes zum Verhängnis. Einer seiner “besten” Freunde misshandelt und foltert ihn bis zum Tode. 

Gerechtigkeit ist nicht immer das, was passiert, wenn Menschen versuchen einen Mord aufzuklären. In dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten mag man denken, wenn Täter schweigen oder Tatsachen verschleiert werden. Etwas, was mich in diesen Momenten immer berührt, ist die Unversehrtheit und dass diese Seelen auch auf der anderen Seite der Existenz Unterstützung der Heiler erhalten. Sie helfen ihnen, diese traumatischen Erlebnisse des letzten Momentes zu verarbeiten. Andere Seelen in einem ähnlichen Alter werden angezogen, um ihnen während des Sittings beizustehen. So ist es auch wieder in diesem Fall geschehen, wo ein junger Polizist in Spirit S. geholfen hat, die richtigen Worte zu finden. Es ist ein schweres Thema für alle Seiten und wie gut, dass R. ihm zur Seite stand. 

Angst vor Rache und Vergeltung lässt Andere schweigen, die nicht die nötige Zivilcourage aufweisen, um hier einen Abschluss finden zu können. 

Ich glaube, dass wir in diesen dunklen Zeiten, wo Menschen Mitgefühl und Herzenswärme missen lassen, dem immer nur durch Liebe und noch mehr Liebe begegnen können. Das muss schon bei den Kleinsten beginnen, für die wir uns mehr Zeit nehmen sollten, damit sie wieder ethische Grundwerte vermittelt bekommen.

 

Liebe ist die einzige universelle Sprache, die wir nicht erlernen müssen. Sie ist manchmal ganz tief verborgen in unserem Herzen. Ein Lichtstrahl kann sie wieder hervorholen.

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