„We will rock you…“ – was die Musik in der medialen Arbeit bedeutet

29. April 2019 Aus Von Bettina

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Der Gitarrist Brian May hat mit seiner Band Queen Musikgeschichte geschrieben. Am 19. Juli 2017 feiert der Mann mit dem Wuschelkopf seinen 70. Geburtstag. Brian May hat nicht nur mit seinem ganz speziellen Gitarrensound den Klang von Queen geprägt, sondern auch viele Songs für die Band geschrieben. Einer der bekanntesten ist „We Will Rock You“ – entstanden im Sommer 1977. Schon damals waren die Konzerte von Queen ein ganz besonderes Erlebnis. Die Fans konnten alle Lieder mitsingen. War das Konzert vorbei, wurde einfach weitergesungen. So auch am 29. Mai 1977 in der Bingley Hall im englischen Stafford. In Interviews erinnerte sich Brian May später: „Wir spielten eine Zugabe und gingen von der Bühne. Aber die Leute klatschten nicht nur einfach so weiter. Sie sangen für uns die Liverpooler Fußballhymne ‚You’ll Never Walk Alone‘! Als ich später dann im Bett lag, dachte ich: Daraus kann man was machen.“

Brian May wollte ein Experiment wagen. Er wollte einen Song schreiben, in dem das Publikum eine Funktion hat, also ganz offiziell ein Teil des Songs wird. „Ich dachte, sie könnten in die Hände klatschen, sie könnten mit den Füßen stampfen – und sie könnten auch singen! Am nächsten Morgen wachte ich auf und ich hatte ‚We Will Rock You‘ im Kopf!“

Der Song wurde in einer ungenutzten Kirche im Norden von London aufgenommen. Das alte Gotteshaus hatte eine ganz besondere Akustik und hätte vermutlich auch einen riesigen stampfenden Chor beherbergen können. Oder eben viele Fans, die das Lied mit klatschen und mitsingen. Die wurden aber gar nicht benötigt. Die vier Bandmitglieder von Queen reichten völlig aus. Dank eines technischen Tricks: Sie trampelten auf herumliegenden Brettern herum, klatschten in die Hände, sangen und nahmen das Ganze auf. Das wiederholten sie viele Male, mischten die einzelnen Aufnahmen zusammen – fertig war der mitreißende Rhythmus und der tausendköpfige Chor. Dazu sang Freddy Mercury „Junge, du hast eine große Klappe auf der Straße, hast Schlamm im Gesicht. Du bist eine Schande! Aber eines Tages werden wir es dir zeigen: Wir werden dich rocken!“

Ein schlichter Song, einfach wie ein Kinderlied. Trotzdem – oder gerade deshalb – wurde er zum Klassiker, zu einem Meilenstein der Popmusikgeschichte.

(Quelle: https://www.ndr.de/ndr1niedersachsen/Queen-We-Will-Rock-You,queen1422.html)

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Aber was hat der Song nun mit der Medialität zu tun?

Ganz einfach, das Hellhören ist ein spannender Sinn. So, besteht mein Hellhören ganz oft aus Liedtexten, die entweder eine Botschaft enthalten oder auf etwas aufmerksam machen. We will rock you hat gleich mehrere Bedeutungen für mich…

1. „Wir freuen uns, dass Du da bist und wir werden es gemeinsam schaffen dieses besondere Treffen zu rocken.“ (Hier höre ich dann mehrere Menschen voller Vorfreude klatschen und jubeln)

  1. Jemand, der gerne Queen gehört hat
  2. Ein Musikliebhaber, der in der Zeit der 70er/80er Jahre gelebt hat
  3. Jemand, der durch den tiefsten Schlamm im Leben gegangen ist und jetzt alles überstanden hat.

Welche Deutung ich nun übernehme, hängt von den übermittelten Botschaften der anderen Sinne ab.

Ein weiteres beliebtes Beispiel:

Der Song „Song Song Blue“ von Neil Diamond, von dem ich meist nur die ersten Zeilen höre:

„Das Lied, das man traurig singt…
Jeder kennt eins
Das Lied, das man traurig singt…
In jedem Garten wächst eins
Ich und du sind ab und zu mal traurig“

Dieses Lied steht für einen Menschen, der oft traurig und resigniert vom Leben war. Im weiteren Verlauf erzählt das Lied von der heilenden Wirkung der Musik und so ist es für mich das Synonym für einen Menschen, der zu Lebzeiten unter Depressionen gelitten hat und nach seinem Hinübergehen darüber hinaus gewachsen ist.

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Ein Lied von Hildegard Knef „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ steht für eine Vielzahl von Bedeutungen…. die Person liebte rote Rosen, Jemand hat Geburtstag und wird rote Rosen erhalten, es ist eine Person, die diesen Song geliebt hat und in der Zeit gelebt hat.

Werden nur Songs gehört. die bekannt sind?

Nein, ganz und gar nicht. Besonders schwierig ist es, wenn es Stücke in einer anderen Sprache sind oder klassische Stücke, die man selbst nicht kennt und dann nicht zuordnen kann.

In einem anderen Fall habe ich Klaviermusik gehört, die ich mehr schlecht als recht nachsummen konnte und hörte den Namen „Vladimir Horrowitz“. Die Dame in Spirit, die erst kurz vorher verstorben war, wünschte sich das Stück, das sie selbst einmal zusammen mit diesem großartigen Konzertpianisten gespielt hatte, als Musik bei ihrer Begräbnisfeier.

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Warum nutzt die geistige Welt diese Form der Kommunikation?

Es ist wie fast immer. Sie nutzen die Möglichkeiten, die das Medium ihnen bietet, um sich möglichst vielfältig mitzuteilen. Meist liegt in den Songtexten noch eine weitere Botschaft versteckt oder es gibt eine besondere Geschichte drumherum, die ich als Medium gar nicht zu wissen brauche. Es reicht, wenn die Lieben hier auf der Erde später beim Hineinhören in das Sitting darüber nachdenken, warum nun gerade dieser Song gewählt wurde und dann mit einem Lächeln im Gesicht und Tränen in den Augen die Botschaft dahinter verstehen.

Habe ich eigentlich schon einmal geschrieben, dass ich das liebe, was ich tue?!

Ich mag diese subtilen Botschaften sehr und freue mich, wenn so ein Sitting auch nach Wochen oder Monaten noch ein kleines Feuerwerk der Liebe entfacht. Es ist so intelligent und clever wie diese Dinge oft eingestreut werden. Welchen Zweifel kann es dann da noch an der Authentizität geben?

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