Hilfe von Aesop’s Fröschen – wie man Lebenskrisen überwindet

Die beiden Frösche

Zwei Frösche, deren Tümpel die heiße Sommersonne ausgetrocknet hatte, gingen auf die Wanderschaft. Gegen Abend kamen sie in die Kammer eines Bauernhofs und fanden dort eine große Schüssel Milch vor, die zum Abrahmen aufgestellt worden war. Sie hüpften sogleich hinein und ließen es sich schmecken. Als sie ihren Durst gestillt hatten und wieder ins Freie wollten, konnten sie es nicht: die glatte Wand der Schüssel war nicht zu bezwingen, und sie rutschten immer wieder in die Milch zurück.

Viele Stunden mühten sie sich nun vergeblich ab, und ihre Schenkel wurden allmählich immer matter. Da quakte der eine Frosch: »Alles Strampeln ist umsonst, das Schicksal ist gegen uns, ich geb’s auf!« Er machte keine Bewegung mehr, glitt auf den Boden des Gefäßes und ertrank. Sein Gefährte aber kämpfte verzweifelt weiter bis tief in die Nacht hinein. Da fühlte er den ersten festen Butterbrocken unter seinen Füßen, er stieß sich mit letzter Kraft ab und war im Freien.

Äsop war ein antiker griechischer Dichter von Fabeln und Gleichnissen, der wahrscheinlich im 6. Jahrhundert v. Chr. lebte. Geboren in Amorion, Türkei und  gestorben: 564 n.Chr. Delphi, Griechenland – Quelle: Wikipedia

 

Fabelhaftes aus der Antike

Ich zitiere diese Fabel sehr gerne auch in meinen Seminaren und Coachings, weil sie für mich ein Paradebeispiel für Durchhaltevermögen ist. Es liegt so viel Wahres in diesen Worten und kennzeichnet das Leben.

Wenn wir nicht immer wieder versuchen an Situationen zu wachsen,  selbst vermeintlich Aussichtsloses noch zum Guten umzukehren, werden wir untergehen wie der Frosch, der einfach aufgegeben hat. Es ist so viel leichter sich in eine Situation zu ergeben und nicht weifaith-1053104_1920ter zu strampeln. „Ich kann einfach nicht mehr“  oder „es wird mir zu viel, ich packe das nicht mehr“ oder „warum passieren immer mir solche Dinge“ höre ich immer wieder in meinen Beratungen. Bei allem Respekt und Mitgefühl, das ich in diesen Momenten für die vor mir strauchelnde Seele empfinde, kann ich ihr nur bedingt helfen. Das Aufstehen und die ersten Schritte zu gehen, dass muss sie selbst bewerkstelligen.

Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.  (Lao-Tse)

Die Erkenntnis, dass etwas nicht gut läuft im eigenen Leben, kommt schon relativ früh. Aber es ist eine Natur des Menschen in seinem Umfeld zu schauen, wer daran Schuld trägt. Die Verantwortung und Konsequenzen für das eigene Handeln zu übernehmen und dann nach Lösungsvorschlägen zu suchen, um nicht wieder ins eigene Selbstmitleid abzutauchen, sollte die Devise sein. Man kann hinfallen, aber das Aufstehen und Weitermachen ist immens wichtig, weil nur so Lebensthemen, die in vorherigen Leben angehäuft wurden, letztlich gelöst werden können. Beharrlichkeit und Bereitschaft zu Lernen sind wichtigeSchlüssel!

Ein schöner Satz, den ich auch sehr oft höre ist: „Ich habe die Engel um Hilfe gebeten und jetzt wird alles gut.“ Ich frage dann, „und was trägst Du dazu bei, damit Deine Engel  überhaupt beginnen können zu helfen?“ Wenn wir beginnen Schritte in die richtige Richtung zu machen, dann kann Hilfe von allen Seiten ins Rollen kommen. Die geistige Welt wird Menschen inspirieren und Situationen neu formieren, damit uns geholfen wird. Aber erst angel-1538938_1280müssen wir verstanden haben, was das Thema ist und bereit sein zu wachsen. Warum sollte uns geholfen werden, wenn wir seit Jahrhunderten immer wieder halbherzige Versuche machen, zu wachsen und immer wieder daran scheitern, weil wir Angst haben?

In einer Situation in Selbstmitleid, Schuldzuweisungen, Vorwürfen und Zweifeln zu versinken, ist definitiv der falsche Weg. Es ist ein Verhalten, das wir aus der Kinderzeit übernommen haben. In dem wir nicht hinschauen und uns in unserem Schneckenhaus verkriechen, wird der Lebenssturm nicht einfach abebben. Er wird ganz im Gegenteil neue Kraft erhalten, um weiter zu wüten und die Situation von Mal zu Mal noch etwas mehr zu steigern.

Man kann einem Menschen nichts beibringen, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.  – Galileo

Und darin liegt eine Krux, die Erkenntnis ist zwar recht schnell gewonnen.  Aber tatsächlich die Kraft zu entwickeln die Hürden der eigenen Ängste und Befürchtungen zu überwinden, liegt in Jedem selbst.

Wir sind immer sehr gut darin, Anderen zu sagen, was sie vermeintlich am Besten tun sollten.  Wenn wir selbst aber es nicht schaffen diese Hürden zu überwinden, wieviel Gewichtung liegt  dann in unserem  Ratschlag für einen anderen Menschen? Sicherlich wird man nicht alle Lebensthemen in einem Leben abarbeiten können, aber eine rote Schnur sollte schon die erfolgreiche Umsetzung markieren.

Konfuzius sagt: „Wer sich seiner Fehler schämt, macht sie zu Verbrechen.“

Kein Mensch ist unfehlbar. Jeder hat so das Auf und Ab des Lebens erlebt. Das Schöne an diesem irdischen Dasein ist, dass wir gerne von Denjenigen lernen dürfen, die an ihren Fehlern gewachsen sind und versuchen ihren Beispielen zu folgen. Vielleicht findet sich ja ein Masterkey genau da, wo man es am Wenigsten vermutet. buddha-1213332_1280

Wir sind auf dieser Erde, um Fehler zu machen und zu lernen. Auch wenn wir diese Erde verlassen, wird das Lernen uns weiter begleiten. Alles ist im Wandel und wir mittendrin. Hinter einer vorherigen Inkarnation zu verstecken, ist kein guter Weg. So à la: „In meinen vorherigen Leben hatte ich diese und jene Situation, deshalb widerfahren mir diese Dinge jetzt. Ich kann mich nicht dagegen wehren. Ist doch karmisch!“  Gerade, wenn die Situation schon in verschiedenen Leben versucht wurde gelöst zu werden, bekommen wir eine Riesenchance in diesem Leben. Es ist doch viel wichtiger aus der Opferrolle in die Rolle des Siegers zu kommen, der eine weiteres Puzzleteil in sein Lebenspuzzle erfolgreich einfügen konnte.

Verantwortung übernehmen, Konsequenzen tragen und die Angst überwinden sind die magischen Worte. Eine Situation –  eventuell auch mit der Hilfe eines Therapeuten oder Freundes – genau betrachten. Meist hilft es, wenn man diese aus der Perspektive des Beobachters anschaut und dann den mutigen Schritt nach vorne wagen.

Der größte Stolperstein ist unsere Angst. Erst wenn wir jenseits der Angst sind und uns trauen von der Klippe ins Meer zu stürzen, können wir feststellen, dass wir von dem Wind und den Flügeln der Engel getragen werden und so aufgefangen werden.

Auf Angst reagiert unser Körper mit biochemischen Vorgängen, die dann letztlich in einer Panikattacke münden können.

Es gehört Mut dazu, sich seiner Angst zu stellen und sie auszuhalten.  (Hoimar von Ditfurth)

Wie stellt man sich aber dem Riesenkomplex „Angst“? Meine Ängste habe ich in Griff bekommen, als ich begann sie als das zu sehen, was sie ist: eine Emotion, die ich bearbeiten kann.

Die Angst ist eine sehr irrationale Emotion, die uns wie eine Fatamorgana etwas vorspiegelt, was nicht Realität ist. Halten wir uns zu lange und zu fest in ihrem Griff auf, kann sie zur Realität werden. Aber wir können dagegen angehen, in dem wir beginnen rational uns ihr zu stellen und zu sehen, was tatsächlich die Sachlage ist und uns nicht von diesem Gefühl tragen zu lassen.

Eigenmotivation ist ein wichtiges Stichwort.  „Komm aus den Pumps, Baby!“ sollte man sich sagen. Schau Dir an, was Dir Angst macht und wäge die tatsächlichen Konsequenzen ab. Wage den Sprung ins Unbekannte. Schlimmer als die Angst kann das Neue nicht sein.

Konzentriere Dich auf die positiven Dinge und lass die negativen Aspekte beiseite. Stelle Dir vor, dass das, was das Resultat ist, nur schön und richtig sein kann. Male es Dir in allen Farben aus und vertrau darauf, dass alles, was kommt letztlich gut und richtig für Dein Leben sein wird. wedding-734780_1920

Ich kann Dir nicht vorenthalten, dass manche Entscheidungen unangenehm sind. Aber es tut gut, einfach ehrlich zu sich und dem eigenen Körper zu sein. Wähle Deine Worte mit Bedacht. Wenn es in der Konsequenz bedeutet, dass ein Anderer sich durch Deine Offenheit verletzt fühlt, dann akzeptiere das. Es ist sein Thema.

Hier nun Tipps, die mir geholfen haben, meine Lebensthemen anzunehmen und zu bearbeiten:

  • Sei achtsam und spüre Alles, was um Dich herum stattfindet mit allen Sinnen
  • Finde Deinen Ruhepunkt im Leben. Was bringt Dir inneren Frieden? Vielleicht ist es, wenn Du in der Natur spazieren gehst oder im Garten arbeitest?
  • Laß Dein inneres Kind mindestens einmal am Tag  Freude und Leichtigkeit spüren
  • Meditiere täglich wenigstens für 10 Minuten und schalte ab, dann geht gleich alles besser
  • Offenheit und Ehrlichkeit sind nicht mit Rücksichtslosigkeit gleichlautend, wenn es zum Wohle eines anderen Individuums geht. Vielleicht rennst Du bei Deinem Gegenüber ja gerade Türen ein und wirst gerade wegen Deinem Hervorwagen aus dem Schneckenhaus freundlicher begrüßt als Du es erwartet hast.
  • Stülpe nicht einem anderen Menschen oder Tier Deine Verantwortung auf.
  • Sei erwachsen! Übernimm die Verantwortung für Deine Aktionen, aber nicht für die eines Anderen.
  • Achte auf die Signale Deines Körpers und Deines Unterbewusstseins
  • Stehe zu Dir, ohne Dich aber dafür zu bestrafen oder zu verurteilen. Das bringt nichts.
  • Lass die Vergangenheit ruhen. Jeder Tag beginnt mit einem neuen Morgen, egal, wie der vorherige Tag geendet hat. Nimm jeden Tag an, so wie er ist.
  • Begrüße Veränderungen in Deinem Leben als einen Fortschritt.
  • Erlaube Dir Rückschritte und auch manchmal schwach zu sein, das gehört zu einem Lernprozess dazu.
  • Erwarte keine Perfektion von Dir.
  • Nimm Dich an, wie Du bist – ein Mensch mit Ecken und Kanten!
  • Trenne Dich friedlich  von Menschen, die Dir nicht guttun
  • Denke immer nur das Allerbeste von einem Anderen, egal, welchen Anschein oder Bedeutung er/sie in Deinem Leben hat. Wir leben alle in unterschiedlichen Realitäten. Vielleicht kann dieser Mensch in genau seiner momentanen Lebenssituation Dinge nicht erkennen oder für sich entscheiden so wie Du es gerne hättest
  • Sei nicht nachtragend
  • Setze einen Cut, wenn erforderlich
  • Halte Deine Wut im Zaum
  • Sei nicht enttäuscht oder verletzt, wenn ein anderes Wesen anders als Du entscheidet oder ihr keinen gemeinsamen Weg zueinander findet. Es kommen noch so viele Andere.
  • Sei geduldig!
  • Vor allem aber, verliere niemals Deinen Humor! Lachen ist so wichtig und die beste Medizin. Die Situationskomik setzt oft erst später ein, wenn wir uns erinnern.

 

 


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Bettina-Suvi Rode /03.2016