Buch mit Nebenwirkungen

sun-382744_1280Heute erreichte mich die Mail einer Sternenmutter, deren Tochter an den Folgen einer unheilbaren Erkrankung verstorben war. Das ist eigentlich nichts Ungewöhnliches, aber lest selbst:

„Ich muss Ihnen unbedingt ein aktuelles Erlebnis erzählen:
L.  war mit einem alten Paar sehr eng befreundet. Er ist 78 und sie 68. Der alte Herr heißt P.  und hat ein Plamozytom seit 4 Jahren.
L. hatte ihren „P“ auch im Krankenhaus besucht, selbst wenn sie selbst erst aus dem Krankenhaus kam. Diese sehr freundschaftliche Beziehung beruhte auf Gegenseitigkeit. Ich mag die beiden auch sehr gerne.

Vorletzte Woche bin ich abends zu ihnen gefahren, um ihnen die CD von dem Sitting  vorzuspielen, da sie beide auch sehr großes Interesse daran zeigten. Sie waren beide fasziniert. Sie haben sich auch noch lange darüber unterhalten.

E., seine Lebensgefährtin, kaufte sich das Buch „Von  Libellen, Schmetterlingen und dem Tanz auf dem Regenbogen“  von Ihnen und begann letzte Woche darin zu lesen.

Sie rief mich Donnerstag Abend ganz aufgeregt an und erzählte mir, dass sie beim Lesen des Buches in der Badewanne Atemnot und Schweißausbrüche bekam und panisch aus der Badewanne stieg. Sie schob es zuerst auf das heiße Wasser. Doch am nächsten Tag las sie abends auf dem Sofa das Buch weiter und es passierte wieder. Atemnot Schweißausbrüche, Panik. Sie legte das Buch an die Seite und traute sich danach nicht mehr weiter zu lesen. Vor und nach dem Lesen ging es ihr jedesmal gut !
Sie rief mich gleich danach an und fragte mich, ob es ein Zeichen oder eine Warnung sein könnte.  Ich bejate es. Wir dachten beide, dass etwas mit ihr sein muss und sie wollte sich diese Woche beim Arzt ein EKG schreiben lassen, da sie schon einmal einen Hinterwandinfarkt hatte.

Gestern hat es sich aufgeklärt. P. bekam die Atemnot in der Nacht vom Sonntag auf Montag und ist mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gekommen. Diese Nacht ist er verstorben. Das wollte ihr meine Tochter beim Lesen des Buches mitteilen.

Ich glaube, dass ich genau den richtigen Zeitpunkt erwischt habe, um ihm die Angst zu nehmen.“

sea-68257_1280Ist das nicht wunderbar, wie sehr die Tochter von der anderen Seite vorbereiten wollte und gleichzeitig in „Teamarbeit“ mit der Mutter auch die Angst vor dem Sterben nehmen konnte? Ich stelle immer wieder fest, wie eng Mütter und ihre Kinder kooperieren, wenn sie Heilung auf beiden Seiten der Existenz teilen. Welche größere Botschaft von Freundschaft und Liebe kann es geben, wenn ein Teenager seiner Familie und Freunden auf solch eine eindrückliche Art zeigt: „Es ist nicht vorbei“. Sie ist jetzt mit ihrem Freund P in Spirit vereint und ganz sicher hat sie ihn bei seinem Übergang durch’s Licht begleitet.

Herzlichst  Bettina Suvi Rode

 


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Bettina-Suvi Rode /03.2016