Alles hat seine Zeit

23. Februar 2020 0 Von Bettina

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit;
abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;
weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit;
klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit;
herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit;
behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;
zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit;
schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;
lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit;
Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen.

Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann, dass das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende hat.

Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.
Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. 

Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.
 
(frei aus der Bibel der Prediger Salomo (Kohelet) 
 

Alles hat seine Zeit… Mensch sein bedeutet, dass wir gute und harte Zeiten im Wechsel durchleben

Dieser Bibeltext hat mir über viele harte Zeiten im Leben hinweg geholfen. Es ist in Ordnung, dass wir uns Zeit nehmen für alle Belange des Lebens, um zu lieben, zu lachen und zu leben. 
 
Das wir zu uns stehen dürfen und alle irdischen Gefühle auskosten und vor allem “ausleben” dürfen. Ja, das Andere auch mal aushalten dürfen, wenn wir traurig und nicht gut drauf sind. 
 
Zum Mensch sein gehört, dass in unserem Lebensplan steht, dass wir in alle Gefühle einzutauchen sollen und dürfen. Besonders die negativen Gefühle stehen ganz oben auf dem Plan, weil es in unserer Seelenheimat genau diese Emotionen nicht gibt. 
 
 
 
 
Sich allerdings im Leiden auszuruhen ist genauso nicht vorgesehen, wie die permanente Glückseligkeit und Harmonie auf Erden. Das Leben verläuft in Wellen. Immer dann, wenn wir uns in einer Komfortzone der Sicherheit und Gleichförmigkeit wähnen, rollt die nächste Aufgabe heran. Einmal in einer Negativspirale gefangen, ist es schwierig wieder den Blick ins Licht zu richten. Manchmal sind wir so sehr darin gefangen, dass wir die helfenden Hände nicht sehen können oder manchmal wollen.
 
 

Wir sind niemals wirklich allein und unbeachtet…

So, wie der Ozean seine Wellen an fernen Stränden diesseits und jenseits des Horizontes bricht, so sind auch wir immer getragen, von der Energie verwandter Seelen auf allen Bewusstseinsebenen. Es sind Diejenigen, die uns Grüße aus dem scheinbar fernen Land jenseits des Horizontes senden, wenn wir Zeichen am Wegesrand finden oder Menschen uns unwillkürlich Worte sagen, die uns helfen wieder aufzustehen, weiterzumachen und auf die nächste Welle zu warten. 
 

Gib niemals auf. Richte Deinen Blick nach vorne. Schaue nicht zurück.

Natürlich sind wir manchmal mutlos und wissen nicht, wohin uns unser Weg führt oder wie wir überhaupt weitermachen sollen. Alles wirkt trist, grau und sinnlos. Alles hat seine Zeit. 

Vergiss nicht, es die “Welle”, die Dich dies denken und fühlen lässt. Sie ist Teil des irdischen Konzeptes, um als Seele lernen zu dürfen. Die nächste Welle in die Sonne und Schönheit, erwartet Dich schon dahinter. Ergib Dich nicht in diese Negativität. Dein Denken bestimmt, wie Dein Leben nicht nur im Hier und Jetzt, sondern auch in der Zukunft aussehen darf.  Es ist zu jeder Zeit unsere Entscheidung, ob wir im Leiden verharren wollen oder auch nicht. 

Suche Dir in solchen Zeiten Menschen, die gerade auf einer positiven Welle der Sonne entgegen surfen. Sie können Dich mitnehmen und Deine eigene Welle schneller heran rollen lassen, weil Du beginnst Dein Denken zu verändern. Nichts ist konstant. Alles ist immer zu jeder Zeit in Bewegung. Nur die Ausrichtung Deiner Seele bestimmt, ob wir in die Höhe oder in die Tiefe schwingen, so dass wir in den tiefen Phasen schneller herauskommen können.

Mir hilft in solchen Situationen immer das Bild einer Sonne, in die ich meinen Blick richte. Das ist auch der Grund, warum ich in meinen Praxisräumen eine Sonne an der Wand habe. Gerade in der Arbeit mit Trauernden und Menschen in Grenzsituationen hilft es den Blickwinkel nicht zu verlieren. 

Die Sonne ist ein Symbol für das Leben, die Verbindung zu Anderen und Helligkeit.

Manchmal ist es so, dass wir an der Grundsituation unseres Lebens nichts ändern können. Dann ist es wichtig, dass die eigene Einstellung zu der unbefriedigenden Situation zu ändern. Manches kann man erst einmal nur mit Gleichmut annehmen. Wenn die Situation sich mit der nächsten Welle ändert,  kann man schrittweise Verbesserungen herbei führen. Sei es, dass man sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreut oder sich Auszeiten gönnt. 

In diesem Sinne, gönne ich mir heute eine Auszeit ….. mit dem Lesen eines Buches und dem Beantworten von lieben Nachrichten nach Sittings und medialen Abenden, die leider schon viel zu lange in meinem E-Mail-Postfach liegen.

 
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